“Große Söhne der Siedlung”

Letzte Aktualisierung am Donnerstag, 13 Juni 2019 07:40 / geschrieben von: Sudadmin

Robert Lämmerhold

Als ein Mann der ersten Stunde war R. Lämmerhold bereits Mitglied im ersten Vorstand der Siedlergemeinschaft und später dessen Vorsitzender, wie er auch Anfang der 50iger Vorsitzender des Ziegenzuchtvereins war. Als anläßlich der 25-Jahrfeier der Siedlergemeinschaft nebenstehendes Bild von ihm auf der Leinwand erschien, kam lebhafter Beifall auf.

Als gelernter Bäcker, dieser Tätigkeit ging er nächtens in der Bäckerei am Breiten Tor noch nach, hatte er eine Stellung bei den Nordharzer Kraftwerken gefunden. Seine Aufgabe war es, die z.T. sogar für mehrere Häuser gemeinsam genutzten Hauptsicherungen zu warten und zu reparieren, die Freileitungen und Straßenlaternen zu kontrollieren.

Fritz Spieß (links) Sparkassendirektor Heinz Baumgart (rechts)

„Robert geht sicher noch mit dem Blaumann ins Bett“ vermuteten die Siedler, da er diese Arbeitskleidung auch nach Feierabend oder an Sonn- und Feiertagen
trug. Andererseits war er so aber auch immer umgehend an Ort und Stelle, wenn Not am Mann war. Schon der gleichzeitige Betrieb eines Bügeleisens und des Elektroherdes brachte so manche Leitung zum Glühen.

Mit seinem Fahrrad mit Karbidlampe, mit Fahrradklammern an den Hosenzipfeln, die Leiter über der Schulter und die Zigarre im Mundwinkel reparierte er z.T. auf abenteuerlichste Art und Weise, aber erfolgreich, die Stromzufuhr. Wenn Funken sprühten, gab er sich dennoch gelassen. „Es ist wie bei den jungen Mädchen, das ist immer spannend. Wenn Du sie anfaßt, weißt Du nicht, ob Du einen gewischt kriegst!“

So fuhr er seine Kontrollgänge und beobachtete mißtrauisch die an Holzmasten an der Hinterfront der Siedlerhäuser entlangführenden Freileitungen, wenn diese bei Sturm aneinanderschlugen und zeitweise ein Feuerwerk eigener Art veranstalteten. Nach dem Versprechen „Wenn Du nicht erzählst, daß ich das war…“ wurde manche durchgebrannte Sicherung auch mal mit Zigarettenpapier oder Draht „repariert“, damit das Licht wieder brannte; nur die Sicherung konnte so natürlich ihre Funktion nicht mehr erfüllen.

Fritz Spieß

Erster Leiter der neuen Zweigstelle der Stadtsparkasse Goslar in Sudmerberg war ab 27.07.1957 Fritz „Fritze“ Spieß. Er versicherte und bewies stets, daß er den Kontakt zum Kunden hoch bewertete und daß dieser nicht darunter leiden werde, daß jetzt schußsicheres Glas zu seinem und zum Schutz seines Lehrlings in der Schalterhalle eingebaut wurde. „Einzig das Händeschütteln fällt natürlich weg“.

Heute kann der jetzige Zweigstellenleiter S. Becker in freundlich offen gestalteten Geschäftsräumen selbstverständlich wieder jeden Sparkassenkunden mit Händedruck begrüßen.

Die Mieter der von der Goslarer Wohnstättengesellschaft mbH gebauten Mietshäuser erhielten dank seines Einsatzes das Vorkaufsrecht für die von ihnen bewohnten Häuser, nachdem einige „Spekulanten“ sich zunächst das „große Geschäft“ durch den Kauf ganzer Häuserzeilen bzw. Straßenzüge erhofft hatten.

Ab 1958 übernahm Fritz Spieß im Auftrag der Goslarer Wohnstätten den Verkauf von 150 Häusern mit einem Volumen von 2,4 Millionen DM. Der Kaufpreis pro Reihenhaus lag anfangs bei 15.000,– DM, für ein Eckhaus mußten 19.000,– DM aufgebracht werden.

Durch die Gewährung günstiger Kreditkonditionen erleichterte die Stadtsparkasse den Erwerbern den ersten Schritt vom Mieter zum Siedler. Daß die Siedler Fritze Spieß so in ihr Herz schlossen, hatte seinen Grund darin, daß er es war, der ihnen die „Angst vor Krediten“ genommen hatte. Für viele Sudmerberger war es zunächst undenkbar, so „hohe“ Schulden zu machen.

Wenn einmal Zahlungsschwierigkeiten den Erhalt eines Hauses gefährdeten, nahm Fritz Spieß in dem von ihm bestimmten vertretbaren Rahmen die erforderlichen Rettungsschritte „auf seine Kappe“. Nach und nach konnte er so die Häuser am Ahornweg, am Nußanger, am Ginsterbusch und an der Sudmerbergstraße in Siedlereigentum überführen.

Fritz Spieß war aber auch ein Mann, der Feste feste feiern konnte. Zu den unvergeßlichen Erinnerungen der Besucher des Schützenfestes gehören „Fritzes“ Auftritte. Mit dem Tiroler Hut in der Hand begeisterte er die Massen mit seinem „Jodler“.

Helmut “Schwicki” Schwickert

Der Titel „Ortsbürgermeister“ – die Kommunalverfassung sieht ihn für den Stadtteil Sudmerberg gar nicht vor – und „Schwicki“ sind die Synonyme für ein Orginal und einen „Orientierungspunkt“ im alltäglichen Siedlungsgeschehen. Und wenn jemand nicht „ganz Ohr“ ist, hilft ihm sein Megaphon.

„Schwicki“, der dienstälteste Goslarer Schützenvoigt

„Schwicki“ vertritt seit 1972 die Interessen der Siedlung im Rat. Nicht zuletzt seinem persönlichen Einsatz in seiner Ratsarbeit zu verdanken sind sicherlich die Einführung der Tempo – 30 – Zone in dem geschlossenen Siedlungsgebiet, die Entstehung des Kindergartens und die freundlich jeden Gast der Siedlung grüßende Empfangsdame auf dem Marktplatz, das „Mädchen mit dem Wasserschirm“ als künstlerische Ausgestaltung des Stadtteilzentrums. Der „Ortsbürgermeister“ wußte mit zu verhindern, daß an der Stelle, an der jetzt die Windsor-Brücke den Fußweg nach Ohlhof bahnt, eine Durchgangsstraße entstand, die zu einer verstärkten Verkehrsbelastung für Sudmerberg geführt hätte.

Wenn Helmut Schwickert nicht mit den Jugendlichen des Schützenvereins Altpapier sammelt, sich bei der Durchführung des Stadtteilfestes engagiert, dessen Mitbegründer er ist, für die GZ – Aktion Glücksschweinchen verkauft ( natürlich mit Megaphon ) oder mit der Siedlergemeinschaft oder den Sudmerberger Vereinen Aktivitäten plant, seine Glückwünsche zum Muttertag oder zum Weihnachtsfest verteilt – dann schlägt sein Herz für die Schützen.

…und dem alljährlichen Ausflug mit den Senioren.

Mehr als 40 Jahre ist Helmut Schwickert jetzt Mitglied des Sudmerberger Schützenvereins. 1995 beendete er eine 32 jährige Amtszeit als Goslars dienstältester Schützenvogt. Er selbst hatte beim Aufbau der ehemaligen Reichsarbeitsdienstbaracke geholfen, um den Sudmerbergern ein eigenes Schützenhaus zu schaffen. Bei den späteren Um- und Anbauten – die Hasen ließen die immer baufälliger werdende Hütte öfter in ihren Grundfesten wackeln – war er wieder derjenige, der selbst mit zupackte und sich bis an die Grenzen seiner gesundheitlichen Belastbarkeit verausgabte.

Traditionell sind seine jährlichen Ausflüge mit den Senioren anläßlich der Schützenfeste. Nach ersten kleinen Anfängen folgten „Trecks“ mit 30 – 40 Personenwagen und heute kommen oft 3 Omnibusse zum Einsatz, um die Senioren zu attraktiven Zielen zu chauffieren.

Marie Brennecke/Will mit ihrem „Dreiroller“

Und wer kennt nicht sein Motto: „Laßt` uns wieder vertragen!“ – Kümmerling! – „Aber der Zorn bleibt“ – Prost!

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geschrieben von: Sudadmin Mittwoch, 6 Juli 2011 12:52
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