Die Sudmerberger Geschäftswelt

Letzte Aktualisierung am Donnerstag, 3 Januar 2019 10:00 / geschrieben von: Sudadmin

Die Vielfältigkeit der Geschäfte im Stadtteil Sudmerberg ergibt sich aus der folgenden Aufstellung, die natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, darum sind weitere Hinweise ausdrücklich erbeten.

Auch für Sudmerberg gilt: das Sterben der Tante Emma Läden war nicht aufzuhalten! War anfangs der Stadtteil noch weitgehend in der Lage, sich „selbst zu versorgen“, so sind inzwischen auch für die Sudmerberger die Goslarer Innenstadt oder die großen Einkaufszentren das Ziel jeder Shopping-Tour geworden.

Die „Fische“ der Siedlung war offensichtlich der Birkenweg/Eschenweg. Als letztes der hier vorhanden gewesenen Geschäfte schloß das Textilwarengeschäft Tanneberg ( Nr. 16 ). Nur in der Erinnerung leben auch nur noch die Milchgeschäfte Blankenstein ( Nr. 31 ) und Marie Will verw. Brennecke ( Nr. 39 ). Als die junge Frau Brennecke es satt hatte, im Winter den Pferden des Milchwagens alle 100 Meter das Eis von den Hufen zu schlagen – auch die Milchkannen waren oft zugefroren – stellte die „Logistik“ auf einen „Dreiroller“ um.

Schuhmachermeister Heinz Brasche vor seiner Werkstatt

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Auch Handwerk hatte hier sein Zuhause. Die Schlachterei W. Stuhlert – vorher Wieker – ( Nr. 29 ) bestand bis in die siebziger, im Nebenhaus ( Nr. 27 ) betrieb Heinz Brasche seine Schuhmacherei.

In Nr. 17 und Nr. 28 befanden sich Lebensmittelgeschäfte, die mehr waren, als reine „Verkaufseinrichtungen“. Die fast familiären Kontakte zu den Kunden zeigten sich dann, wenn z.B. die kleine Bärbel auf eigene Faust einkaufen wollte und bei Branicki ein Brot und ein Pfund Backpulver verlangte. Das Brot wurde ausgehändigt ( und angeschrieben ), das Backpulver blieb im Laden.

Die alten Wege waren stets Höhenwege, weil sie trocken waren, Regen schnell abfloß und felsiger Untergrund für eine feste befahrbare Wegstrecke sorgte, so daß es logisch ist, daß die alte Straße über den Sudmerberg führte.

Nach dem ältesten Goslarer Postfahrplan von 1670/80 der Thurn und Taxi’schen Reichspost bestand durch die „Alte Straße“ eine Verbindung über Zellerfeld, Clausthal, Osterode, Frankfurt, Nürnberg, Erfurt und Leipzig gen Süden und über Wolfenbüttel, Braunschweig und Hamburg gen Norden.

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Etliche Aktivitäten, wie Holzeinschlag, Fuhrunternehmungen, Flaschenbierverkauf usw. wurden z.T. in Nebentätigkeit betrieben. Beispielhaft soll W. Schlimme erwähnt werden, der Glaserarbeiten in der Siedlung ausführte. Ausgemessen wurden die Scheiben nach Feierabend, zugeschnitten zwischendurch und eingesetzt werden sollten sie am Wochenende. Da aber ein „Wochendeinweihungsschluck“ in der Sudburg nicht ausgelassen werden konnte, der Rucksack mit dem zugeschnittenen Glas wegen Bruchgefahr nicht abgenommen werden sollte, wurde unser Glaser von seinen Freunden mit freundlichem Schlag auf den Rücken begrüßt. Die Sudmerberger wollten aber kein Glas als Mosaik, so daß die Scheiben neu zugeschnitten werden mußten.

Von dem Fuhrunternehmer Hackeberg wird erzählt, daß sein Pferd „Schlüter“ so mager war, daß an den vorstehenden Knochen eine Jacke aufgehängt werden konnte, wenn Schlüter nicht gerade wieder wegen Hunger umgefallen war.

Keine Anekdote ist, daß Schlachtermeister Theodor Koch am 02.01.48 seine Verkaufsstelle für Wurst- und Fleischwaren im ehemaligen Splittergraben (Kellergeschoß) eröffnete. Frisörmeister Abel betrieb seinen „Salon“ anfangs in der Küche im D-Zug-Haus der Familie Rübesam am Nußanger. Gewaschen und nachgespült wurde mit dem Milchtopf und das Mittagessen machten die Rübesams gezwungenermaßen solange in der Waschküche. Der Frisörladen wanderte später vom Nußanger 14 zum Nußanger 27 und machte schließlich seine Pforten in der Sudmerbergstraße 77 auf, wo Frisörmeister Brunke den Salon fortführte.

In dem Gebäude, in dem sich bis 2015 das Hotel „Lydia“ befand, trafen sich übrigens, als das Gelände noch dem Autohändler Köhrich gehörte, seine Mitarbeiter, es beherbergte u.a. auch die Kantine des Autohauses Ford-Köhrich.

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geschrieben von: Sudadmin Mittwoch, 6 Juli 2011 12:51
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